Amazin Grace ist vielleicht eines der bekanntesten geistlichen Lieder und tauchte bereits 1831 erstmals in einem Gesangsbuch auf. Die Melodie soll ursprünglich auf schottische und irische Wurzeln zurückgehen, der Originaltext gilt jedoch als verloren.
Mahalia Jackson – Amazing Grace
Whitney Houston – Amazing Grace
Die heute bekannte Melodie geht auf eine Komposition von James P. Carrell und Davis S. Clayton zurück, gesungen wird zumeist mit einem Text von John Newton. Der Kapitän eines Sklavenschiffs erzählt in diesem Text seine Bekehrung zum Christentum. Demnach soll er im Mai 1748 in schwere Seenot geraten und nach Anrufung des Erbarmens Gottes hieraus gerettet worden sein. Fortan behandelte er die Sklaven auf seinem Schiff menschlicher, zog sich später vollständig aus seinem Beruf zurück, wurde Geistlicher und trat gemeinsam mit William Wilberforce für Bekämpfung der Sklaverei ein.
Zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs genoss das Lied bei beiden Parteien und bei den Indianern großes Ansehen, für die Cherokee gilt es als inoffizielle Nationalhymne und wurde bei den aus Zeitmangel schnell durchgeführten Bestattungen während des Pfades derTränen, der Zwangsumsiedlungen gesungen.
In den 1960er Jahren fand Amazing Grace seinen Weg zurück auf die britischen Inseln und wurde vor Allem in Schottland und Irland durch den Dudelsack populär. 1972 schaffte der Titel es in einer Fassung der Royal Scots Dragoon Guards sogar auf Platz 1 der Verkaufscharts.
Da die Melodie von Amazing Grace sehr bewegend und emotional wirkt, wird es heute auch sehr häufig auf Beerdigungen oder Gedenkveranstaltungen gespielt. So etwa bei den jährlich wiederkehrenden Trauerfeierlichkeiten für die Opfer des 11. September 2001.